Tecar-Therapie: Was ist das und wie funktioniert sie?
Tecar-Therapie: Den Kreislauf und das Lymphsystem reaktivieren
Die Kontakt-Diathermie oder Tecar-Therapie ist eine Technologie, die Radiofrequenz nutzt, um Erkrankungen des Muskel-Skelett- und Knorpelsystems zu behandeln. Dabei werden die bereits in unserem Organismus vorhandenen Selbstreparaturmechanismen reaktiviert.
Im Vergleich zu bekannten Wärmetherapien liegt der Wirkungsmechanismus der Tecar-Therapie darin, dass die Wärme nicht von einer externen Quelle stammt, sondern durch den Durchgang der Radiofrequenz ein Widerstand und somit eine „innere“ Wärme erzeugt wird.
Die Meinung des Experten:
„Zusammenfassend stimuliert die Tecar-Therapie die Zellen durch die Wirkung des elektromagnetischen Feldes“, erklärt Alessandro Borsa, Massotherapeut (Cosenza).
„Diese Stimulation führt zu einer Steigerung der Mikrozirkulation im Blut- und Lymphsystem. Auf diese Weise werden die Lymphknoten geöffnet und eine Vasodilatation der Lymphkanäle erreicht. Das Gleiche geschieht bei den Venen und Arterien des Kreislaufsystems. Diese Techniken werden im kapazitiven Modus durchgeführt, da es sich überwiegend um eine oberflächliche Behandlung handelt.“
Technologien und Modalitäten
Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Tecar-Geräte gleich sind; zudem variieren die Kosten je nach verwendetem Gerätetyp erheblich.
Einige Geräte ermöglichen es dem Therapeuten, zwei therapeutische Methoden gleichzeitig anzuwenden, indem sie den kapazitiven/resistiven Energietransfer mit dem eventuellen Transfer von Wirkstoffen über (patentierte) Handstücke, sogenannte ROLL-ONs, kombinieren.
Ein anderes Gerät ermöglicht es im kapazitiven/resistiven Modus, biologische Strukturen (Sehnen, Muskeln, Gelenke) von innen heraus zu stimulieren. Die Diathermie erzeugt durch die Interaktion zwischen elektromagnetischer Energie und Gewebe einen Temperaturanstieg, der innerhalb des Gewebes gleichmäßig und kontrolliert erfolgt.
Dauer und Häufigkeit der Behandlung
Jedes Krankheitsbild ist unterschiedlich, daher variieren der therapeutische Ansatz sowie die durchschnittliche Dauer einer Behandlung. Üblicherweise wird eine resistive und kapazitive Behandlung durchgeführt, was jedoch stark vom Ort des Problems und der therapeutischen Hypothese des Therapeuten abhängt. Die Therapie wird somit individuell an das jeweilige Problem angepasst.
Um ein Ergebnis zu erzielen, ist ein bestimmter Zyklus von Sitzungen erforderlich. Im Durchschnitt zeigen sich Erfolge bereits nach 5 bis 10 Behandlungen. Eine genaue Anzahl der Sitzungen lässt sich jedoch aufgrund der Komplexität der Erkrankung, die von Person zu Person variiert, nicht festlegen. Oft berichten Patienten bereits nach der ersten Behandlung von einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik.
Meist enden die Sitzungen mit der Lösung des Problems, doch je nach Art und Chronizität sind manchmal Erhaltungsmaßnahmen erforderlich, um das erzielte Ergebnis langfristig zu sichern. In diesem Sinne ist es Aufgabe des Physiotherapeuten, die beste Lösung zu empfehlen.
In der Regel finden die Sitzungen dreimal pro Woche statt, je nach Fall und Bedürfnissen des Patienten können es aber auch zwei Termine sein.
Komfort und Sicherheit
Jede Sitzung ist schmerzfrei. Je nach Problemstellung können Sitzungen in Atermie (ohne Wärme), die im Allgemeinen bei Gefäßerkrankungen (insbesondere bei Ödemen) angezeigt sind, oder mit leichter Wärme durchgeführt werden. Das gesamte Verfahren ist absolut angenehm.
Die Tecar-Therapie gilt als zuverlässige und sichere Interventionsmethode, da sie bereits nach wenigen Behandlungen Ergebnisse garantiert. Bei korrekter Diagnose ermöglicht sie eine gezielte Behandlung der betroffenen Struktur und zeigt positive Effekte bis in sehr tiefe Gewebeschichten.
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