Strümpfe nach Kaiserschnitt

Wochenbett und Genesung

Wie lange muss ich nach einem Kaiserschnitt Kompressionsstrümpfe tragen?

Nicht alle Frauen sind sich der Bedeutung dieses medizinischen Hilfsmittels für eine operative Entbindung bewusst. Hier erfahren Sie, warum sie notwendig sind und wie lange sie verwendet werden sollten.

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Wirkungsweise und medizinische Notwendigkeit

Frauen, die einen Kaiserschnitt vor sich haben, wird empfohlen, Kompressionsstrümpfe zu kaufen und mit ins Krankenhaus zu nehmen. Diese haben ein breites Anwendungsspektrum und funktionieren durch Ausübung eines abgestuften externen Drucks auf die Blutgefäße.

Als Ergebnis dieses Drucks:

  • Der Blutfluss wird gleichmäßiger verteilt.
  • Das Volumen der Gefäße verringert sich.
  • Mehr Blut fließt zum Herzen und weniger staut sich in den unteren Gliedmaßen.

In der Medizin ist dies entscheidend, da während der Bauchöffnung beim Kaiserschnitt der intraabdominale Druck gestört wird. Dies kann zu pathologischen Veränderungen in den Gefäßen führen. Zudem ist die postoperative Phase mit langem Liegen und wenig Bewegung verbunden, was Venen und Arterien negativ beeinflusst.

Vorbeugung von Thromboembolien

Die Hauptaufgabe dieses Kleidungsstücks besteht darin, die Wahrscheinlichkeit einer postoperativen Thromboembolie zu verringern. Wenn sich ein Gerinnsel bildet und durch die Gefäße wandert, kann es zu einer potenziell tödlichen Blockade kommen. Die Strümpfe verhindern diese gefährlichen Komplikationen, indem sie den Blutdruck normalisieren.

Krankenhausstrümpfe

Sie gelten als die genaueste und zuverlässigste Methode zum Schutz der Gesundheit von Frauen im Wochenbett. Sie garantieren eine präzise und über die Zeit konstante abgestufte Kompression, die für die Thromboseprophylaxe unerlässlich ist.

Elastische Binden

Einige Krankenhäuser verwenden sie, da sie eine kostengünstigere Methode sind. Leider können sie jedoch keine genaue Kompression garantieren. Beim manuellen Bandagieren ist es fast unmöglich, die ausgeübte Kraft präzise zu bestimmen, was den Schutz weniger sicher macht.

Für wen werden sie empfohlen?

Bei routinemäßigen chirurgischen Eingriffen werden sie allen Frauen empfohlen, sind aber besonders unverzichtbar bei:

Übermäßigen Schwellungen der Beine
Vorliegen einer Präeklampsie
Deutlichen Krampfadern
Besenreisern
Übermäßiger Gewichtszunahme
Gerinnungsstörungen

Zeitrahmen: Wie lange sollten sie getragen werden?

Nach einem Kaiserschnitt wird dringend davon abgeraten, die Strümpfe sofort auszuziehen. Das vaskuläre Risiko besteht für 10-14 Tage.

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Die ersten 24 Stunden: Durchgehendes Tragen

In den ersten Tagen werden die Strümpfe rund um die Uhr getragen. Sie sollten nicht einmal zum Schlafen ausgezogen werden, da die Mobilität minimal ist.

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Die erste Woche: Mobilisierung

Nach dem ersten Tag, wenn die Frau beginnt, sich regelmäßig außerhalb des Bettes zu bewegen, kann sie anfangen, sie für die Nacht auszuziehen.

In dieser Phase werden Schmerzmittel und ihre Stoffwechselprodukte schrittweise abgebaut, was das Thromboserisiko senkt. Hinweis: Ziehen Sie die Strümpfe morgens an, während Sie noch horizontal im Bett liegen.

3

10-14 Tage: Schrittweise Reduzierung

Eine Woche später kann man beginnen, die Nutzung zu reduzieren. In den letzten Tagen des 14-tägigen Zeitraums ist es ratsam, die Tragezeit schrittweise auf 2-3 Stunden pro Tag zu verkürzen, bevor man ganz aufhört.

* Die angegebenen Zeiträume gelten für Frauen, die keine vorbestehenden Gefäßerkrankungen haben.

Die Bedeutung der Hygiene

Nach der Operation muss besonders auf Hygiene geachtet werden, um Infektionen der Nähte und das Eindringen von Bakterien zu verhindern.

Ideal wäre es, ein zweites Paar Ersatzstrümpfe zu besorgen. So kann die Frau, während ein Paar nach dem richtigen Waschen trocknet, das andere tragen, ohne die präventive Therapie zu unterbrechen.