Venen und Beine schwellen in heißen Umgebungen an

Geschwollene Beine: Ursachen und wie Kompression helfen kann

Das Problem geschwollener Beine ist weit verbreitet. Es tritt besonders häufig im fortgeschrittenen Alter, bei Übergewicht, während der Schwangerschaft oder bei Menschen mit Venenleiden auf.

Wenn wir viele Stunden sitzen oder stehen, funktioniert die "Muskelpumpe" in der Wade nicht mehr richtig. Diese Pumpe ist dafür verantwortlich, das Blut über das Venensystem von den Beinen zurück zum Herzen zu transportieren. Das Blut staut sich in den Venen, wodurch Flüssigkeit in das umliegende Gewebe austritt und die Beine anschwellen.

Ein unzureichender Rückfluss tritt auch auf, wenn sich die Gefäße weiten – zum Beispiel in zu warmen Umgebungen oder Räumen mit Fußbodenheizung und vor allem in den Sommermonaten. Die Schwellung beginnt meist an den Knöcheln, dem tiefsten Punkt der oberflächlichen Vena saphena magna.

Füße auf warmem Boden als Symbol für Beinschwellungen

Wer unter geschwollenen Beinen leidet, sollte jedoch einen Spezialisten aufsuchen, um abzuklären, ob sich hinter den Symptomen eine ernste Venenerkrankung verbirgt. Der Arzt kann den Blutfluss mittels Ultraschall (Doppler-Sonografie) untersuchen und feststellen, ob das tiefe oder oberflächliche Gefäßsystem geschädigt ist.

Dr. Michele Plantamura, Gefäßchirurg
„Venenleiden müssen immer behandelt werden. Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, selbst für fortgeschrittene klinische Bilder. Eine der wichtigsten Maßnahmen im Bereich der Prävention ist die Kompressionstherapie. Regelmäßig getragen, tragen Kompressionsprodukte dazu bei, die Krankheit zu verhindern oder ihr Fortschreiten zu stoppen. Kompressionsstrümpfe bilden die Basis jeder Venenbehandlung. Schreitet die Krankheit fort, kann der Patient Ödeme, Thrombosen oder venöse Beingeschwüre entwickeln.“
Dr. Michele Plantamura, Gefäßchirurg

Kompressionsstrümpfe sind daher ein wirksames Mittel, um das Fortschreiten einer Veneninsuffizienz zu verhindern. Ihr definierter Druck wirkt dem unvollständigen Schließen der Venenklappen mechanisch entgegen. Durch die Verringerung des Venendurchmessers können die Klappen wieder richtig schließen und das Blut staut sich nicht mehr. Zudem regen diese Produkte die Lymphzirkulation an und verhindern Flüssigkeitsansammlungen.

Moderne Kompressionsstrümpfe sind optisch nicht mehr von herkömmlichen Strümpfen zu unterscheiden. Von fein gerippten Kniestrümpfen bis hin zu halterlosen Strümpfen oder transparenten Strumpfhosen: In Sachen Mode sind der Kompressionstherapie heute keine Grenzen gesetzt.

Auch nach chirurgischen Eingriffen, wie zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt, ist das Tragen von Anti-Embolie-Strümpfen notwendig. Später können graduierte Kompressionsstrümpfe auf ärztliche Empfehlung regelmäßig in den Alltag integriert werden.